| Klassifikation FCI: | - Gruppe 9, Gesellschafts- und Begleithunde |
| - Sektion 11, kleine doggenartige Hunde | |
| - ohne Arbeitsprüfung |
Der erste Standard wurde im Jahr 1898 erstellt. Das war das selbe Jahr, in welchem die Société Centrale Canine die Französische Bulldogge als Rasse anerkannte. Der erste dieser Hunde wurde bereits 1887 ausgestellt. In den Jahren 1931/32 und 1948 wurde der Standart noch einmal geändert und 1986 von H. F. Reant und R. Triquet (FCI-Veröffentlichung 1987) neu überarbeitet. Er wurde dann nochmals 1994 durch das Comité du Club du Bouledogue Français unter Mitarbeit von R. Triquet neu abgefasst.

Allgemeines Erscheinungsbild:
- kleinformatiger Molosser
- trotz der geringen Größe ein kräftiger, kurzer und gedrungener
Hund
- kurzes Fell, mit kurzem, stumpfnasigem Gesicht
- Stehohren und natürlicher Kurzrute
- er muss den Eindruck eines lebhaften, aufgeweckten, sehr
muskulösen Tieres
von kompakter Struktur und solidem Knochenbau vermitteln
Verhalten/Charakter (Wesen):
- umgänglich, fröhlich, verspielt, sportlich,
aufgeweckt
- besonders liebevoll im Umgang mit seinen Besitzern und mit Kindern
Der Kopf:
Der Kopf muss sehr kräftig, breit und quadratisch
sein, die ihn bedeckende Haut bildet nahezu symmetrische Falten und
Runzeln. Der Kopf der Bulldogge ist gekennzeichnet durch den
eingezogenen Oberkiefer- und Nasenbereich. Der Schädel macht an
Breite wett, was er an Länge verloren hat.
Schädel: Breit, nahezu flach, mit stark gewölbter Stirn. Die
vorstehenden Augenbrauenbogen werden durch eine zwischen den Augen
besonders entwickelte Furche getrennt. Die Furche darf sich auf der
Stirn nicht fortsetzen. Sehr wenig entwickelter Hinterhauptkamm.
Stop: Sehr stark ausgeprägt.
Gesichtsschädel:
Nasenspiegel: Breit, sehr kurz,
aufgeworfen. Nasenlöcher gut geöffnet und symmetrisch, schräg nach
hinten gerichtet. Die Neigung der Nasenlöcher und die aufgeworfene
Nase (man spricht von "aufgestülpt") müssen jedoch eine normale
Nasenatmung erlauben.
Nasenrücken: Sehr kurz, breit; er zeigt konzentrisch
symmetrische Falten, die auf den Oberlefzen abwärts laufen (Länge:
1/6 der gesamten Kopflänge).
Lefzen: Dick, ein wenig schlaff und schwarz. Die Oberlefze
trifft die untere in der Mitte und verdeckt völlig die Zähne, die
niemals sichtbar sein dürfen. Die obere Lefze ist im Profil fallend
und abgerundet. Die Zunge darf nie sichtbar sein.
Kiefer: Breit, quadratisch, kräftig. Der Unterkiefer verläuft
in einem weiten Bogen und endet vor dem Oberkiefer. Bei
geschlossenem Fang wird das Vorstehen des Unterkiefers (Vorbiss)
durch den gebogenen Verlauf der Unterkieferäste gemildert. Dieser
gebogene Verlauf ist nötig, um ein zu starkes Vorstehen des
Unterkiefers zu vermeiden.
Zähne: Die Schneidezähne des Unterkiefers dürfen auf keinen
Fall hinter den oberen Schneidezähnen stehen. Der untere Zahnbogen
ist abgerundet. Die Kiefer dürfen nicht seitlich verschoben oder
verdreht sein. Der Abstand der Schneidezahnbogen kann nicht strikt
festgelegt werden, von grundlegender Bedeutung ist, daß Oberlefze
und Unterlefze so aufeinandertreffen, daß sie die Zähne völlig
verdecken.
Backen: Die Wangenmuskulatur ist gut entwickelt, jedoch nicht
hervortretend.
Augen: Aufgeweckter Ausdruck, tiefeingesetztes Auge, ziemlich
weit vom Nasenspiegel und vor allem von den Ohren entfernt, von
dunkler Farbe, ziemlich groß, schön rund, leicht hervorstehend und
ohne jede Spur von Weiß (weiße Augenhaut), wenn das Tier nach vorne
schaut. Der Lidrand muß schwarz sein.
Ohren: Mittelgroß, breit am Ansatz und an der Spitze
abgerundet. Hoch auf dem Kopf angesetzt, jedoch nicht zu dicht
beieinander, aufrecht getragen. Die Ohrmuschel ist nach vorne
geöffnet. Die Haut muss dünn sein und sich weich anfühlen.
Hals:
Kurz, leicht gebogen, ohne Wamme.
Körper:
Obere Profillinie: Die obere Linie steigt
stetig bis in die Lendengegend an, um dann rasch zur Rute hin
abzufallen. Ursache für diese sehr angestrebte Form ist die kurze
Lende.
Rücken: Breit und muskulös. Kurz und breit.
Kruppe: Schräg.
Brust: Walzenförmig und sehr tief, fassförmige, stark
gerundete Rippen.
Vorbrust: Weit geöffnet.
Untere Profillinie und Bauch: Aufgezogen, jedoch nicht
windhundartig.
Rute:
Kurz, tief auf der Kruppe angesetzt, an den Hinterbacken anliegend, am Ansatz dick. Knoten- oder Knickrute, zum Ende hin verjüngt. Selbst in der Bewegung muss sie unterhalb der Horizontalen bleiben. Eine relativ lange (aber nicht über das Sprunggelenk reichende) und sich verjüngende Knickrute ist zulässig, aber nicht erwünscht.
Gliedmaßen:
Vorderhand: Läufe gerade und senkrecht,
sowohl in der Seiten- als auch in der Vorderansicht.
Schultern: Kurz, dick, hervortretende, feste Bemuskelung.
Oberarm: Kurz
Ellenbogen: Müssen am Körper anliegend.
Unterarm: Kurz, gut abgesetzt, gerade und muskulös.
Vorderfußwurzel/Vordermittelfuß: Kräftig und kurz.
Hinterhand: Die hinteren Gliedmaßen sind kräftig und
muskulös. Sie sind etwas länger als die Vordergliedmaßen und
überhöhen dadurch die Hinterhand. Sowohl in der Seiten- als auch in
der Rückansicht sind sie gerade und senkrecht.
Oberschenkel: Muskulös, fest, nicht zu sehr gerundet.
Sprunggelenk: Recht tiefgestellt, nicht zu stark gewinkelt,
vor allem aber auch nicht zu steil.
Hintermittelfuß: Kräftig und kurz. Die Bulldogge darf von
Geburt an keine Afterkrallen tragen.
Pfoten:
Die Vorderpfoten sind rund, klein, sogenannte "Katzenpfoten", guter Kontakt zum Boden, leicht ausgedreht. Die Zehen sind sehr kompakt, die Krallen kurz, dick und gut abgesetzt. Die Ballen sind hart, dick und schwarz. Bei gestromten Tieren müssen die Krallen schwarz sein. Bei den Farben "caille" (fauvegestromte Hunde mit mittlerer Weißscheckung) und "fauve" (falbfarbene Hunde mit mittlerer oder überhandnehmender Weißscheckung) werden dunkle Krallen bevorzugt, helle Krallen jedoch nicht bestraft. Die Hinterpfoten sind sehr kompakt.
Gangwerk:
Bewegungsablauf frei. Die Gliedmaßen bewegen sich parallel zur Medianebene des Körpers.
Haarkleid/Haar:
Schönes, dichtes, glänzendes und weiches Kurzhaar.
Farbe:
Gleichmäßiges Fauve, gestromt oder ungestromt oder mit begrenzter Scheckung. Gestromtes oder ungestromtes Fauve mit mittlerer oder überhandnehmender Scheckung. Alle Abstufungen der Falbfarbe sind zulässig, von "Rot" bis hin zu "Milchkaffee". Völlig weiße Hunde teilt man der Farbe "Gestromtes Fauve mit überhandnehmender weißer Scheckung" zu. Wenn ein Hund einen sehr dunklen Nasenschwamm und dunkle Augen mit dunklen Lidrändern aufweist, so kann bei besonders schönen Exemplaren ausnahmsweise eine gewisse Depigmentierung im Gesicht toleriert werden.
Größe und Gewicht:
Bei einer Bulldogge in gutem Zustand darf das Gewicht nicht weniger als 8 kg und nicht mehr als 14 kg betragen, wobei die Größe im Verhältnis zum Gewicht steht.
Fehler:
Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.
- Enge oder zusammengekniffene Nase, chronische
Schnarcher
· vorn fehlender Lefzenschluss
· depigmentierte Lefzen
· helle Augen
· Wamme
· hoch getragene Rute, zu lange oder anormal kurze Rute
· lose Ellenbogen
· steiles oder nach vorn versetztes Sprunggelenk
· unkorrekte Gangarten
· zu langes Haar
· getüpfeltes Haarkleid
Schwere Fehler:
· bei geschlossenem Fang sichtbare Schneidezähne
· bei geschlossenem Fang sichtbare Zunge
· "Trommelnder" Hund (steife Bewegung der Vordergliedmaßen)
· depigmentierte Stellen im Gesicht, mit Ausnahme bei
fauvegestromten Hunden mit mittlerer Weißscheckung ("caille") und
falbfarbenen Hunden mit mittlerer oder überhandnehmender
Weißscheckung ("fauve")
· übermäßiges oder ungenügendes Gewicht
Ausschließende Fehler:
· Nasenschwamm von anderer Farbe als Schwarz
· Hasenscharte
· Hunde, bei denen die unteren Schneidezähne hinter den oberen
schließen
· Hunde, deren Fangzähne bei geschlossenem Fang ständig sichtbar
sind
· verschiedenfarbige Augen
· nicht aufrecht getragene Ohren
· Ohren, Rute oder Afterkrallen kupiert
· Schwanzlosigkeit
· Afterkrallen an den hinteren Gliedmaßen entfernt oder vorhanden
· die Haarfarben "Schwarz mit Brand", "Mausgrau", "Braun"
N.B.: Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.